Tierschutz

Ein Anliegen der Kuschelmiezen

Bei der Heimtierhaltung kann es zu verschiedenen Tierschutzproblemen kommen.

Außer den offensichtlichen Fällen von mutwilliger Tierquälerei, Aussetzen von Tieren und Vernachlässigung spielt hier die nicht artgerechte Haltung die Hauptrolle. Obwohl einige von uns Tieren sich an das Leben mit Menschen gut angepasst haben, haben wir doch Mindestansprüche an unsere Haltung. Neben artgerechter Ernährung, ausreichender Bewegungsmöglichkeiten und Beschäftigungsangebote gehören auch ausreichende Sozialkontakte sowohl zu Artgenossen als auch zu Menschen dazu. Deshalb informiert euch gut, bevor ihr einem Tier ein Zuhause gebt.

Viele Probleme der Heimtierhaltung fangen die regionalen Tierschutzvereine mit ihren Tierheimen in ehrenamtlicher Arbeit auf: sie gehen Hinweisen auf Tierquälerei und nicht artgerechter Haltung nach, nehmen unbedacht angeschaffte oder nicht mehr gewollte Haustiere auf und geben sie an neue Tierhalter weiter und betreuen verwilderte Katzen und Hunde. Manche Tiere sind nur bedingt fähig, sich jagend selbst zu versorgen. Wichtig ist hier außerdem, die Fortpflanzung einzudämmen und kranke Tiere zu versorgen.

Da sich ehrenamtliche Arbeit nur durch Spenden finanzieren läßt, empfinden wir es als wichtig einer (oder mehreren) ausgewählten Organisationen bzw. Tierheimen regelmäßig Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, in welcher Art ist nicht entscheidend!

Elend gibt es überall, bitte verschließt eure Augen nicht!!!

Der Tierschutz zielt auf das einzelne Tier und seine Unversehrtheit. Damit wollen wir sagen, dass es nicht immer Geld kosten muß, um etwas dazu beizutragen z.B. ein Tier zum Arzt bringen, welches verletzt am Straßenrand liegt oder einem Menschen, der sein Tier nicht artgerecht hält, einen Hinweis darauf zu geben.

In einem Tierheim man mag kaum ins Katzenhaus gehen. Gequacke und Unterbeschäftigung an allen Ecken. Ausgeglichene Katzen werden zu kleinen Teufeln, Familienhunde zu Risiken. Die Tierpfleger können gar nicht mehr jedem Tier gerecht werden, es ist einfach zu viel.

Gleichzeitig drängen die Tiere aus den Ländern, in denen Tierschutz ein Fremdwort ist. Sie haben keine Perspektive außer der Euthanasie. Was kann ich da tun, fragst du dich? Think global, act local.

Es müssen nicht immer Geldspenden sein.  Zeit ist viel kostbarer.  Zeit, die man für Tiere aufwendet. Wenn man einfach nur mal im Tierheim mit dem unproblematischen Mischling Gassi geht. Währenddessen hat der Tierpfleger vielleicht Zeit, sich um den „Problemhund“ zu kümmern. Zeit, die ihm fehlt, wenn er x Hunde „irgendwie müde spielen muss“. Näpfe spülen, Kaklos saubermachen, Katzen beschäftigen. Was das bringen soll? Es wird wahrscheinlich die Vermittlungszahlen nicht erhöhen. Aber für die Tiere, die „einsitzen“ ihr Leid erträglicher machen. Stell Dir vor, Du müsstest jeden Tag Gulasch essen und Dein Leben wär am Gitterdraht zu Ende. Stell Dir vor, jemand macht Deinen Tag so spannend, dass Du den Gulasch futterst, den Gitterdraht aber gar nicht mehr wahrnimmst, weil Dein Tag so schön war und Du müde bist. Tierschutz kann manchmal wirklich einfach sein.

Den Auslandsorganisationen mangelt es meist am sprichwörtlichen Euro. Für die Heizkosten, für die Tiere auf Pflegestellen (Arztkosten, Futter usw), für den Flug… Spende ihn, bitte und gerne. Die Organisationen können jeden Cent brauchen. Zwar genauso wie jedes heimische Tierheim – aber traust Du dir diese Entscheidung wirklich zu? Lass einfach Dein Herz sprechen. Ein Fellchen in Bilbao hat genauso Hunger wie das in Bielefeld.

Hier kommen noch einige Links zu Tierschutz – Organisationen:

Tiere aus Russland (Hier kommt Monty her)

WSPA (World Society for the Protection of Animals)

PETA (People for Ethical Treatment of Animals)

Arche e.V.

Deutscher Tierschutzbund e.V.

Animal Peace e.V.

Animals‘ Angels e.V.

Tierhilfe ohne Grenzen e.V.

Tierhilfe Vier Pfötchen e.V.

Animal Help Espania

Tierheime von A-Z findet ihr auf http://www.wellensittich.de/tierheim.html


Auszüge aus dem Tierschutzgesetz

Quelle: http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/tierschg/

Grundsatz

Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

  1. muß das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
  2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, daß ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
  3. muß über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen…

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz wird ermächtigt,… soweit es zum Schutz der Tiere erforderlich ist, die Anforderungen an die Haltung von Tieren… näher zu bestimmen und dabei insbesondere Vorschriften zu erlassen über Anforderungen

  1. hinsichtlich der Bewegungsmöglichkeit oder der Gemeinschaftsbedürfnisseder Tiere,
  2. an Räume, Käfige, andere Behältnisse und sonstige Einrichtungen zur Unterbringung von Tieren sowie an die Beschaffenheit von Anbinde-, Fütterungs- und Tränkvorrichtungen,
  3. hinsichtlich der Lichtverhältnisse und des Raumklimas bei der Unterbringung der Tiere,
  4. an die Pflege einschließlich der Überwachung der Tiere; hierbei kann das Bundesministerium auch vorschreiben, daß Aufzeichnungen über die Ergebnisse der Überwachung zu machen, aufzubewahren und der zuständigen Behörde auf Verlangen vorzulegen sind,
  5. an Kenntnisse und Fähigkeiten von Personen, die Tiere halten, betreuen oder zu betreuen haben und an den Nachweis dieser Kenntnisse und Fähigkeiten…

Es ist verboten,

  1. einem Tier außer in Notfällen Leistungen abzuverlangen, denen es wegen seines Zustandes offensichtlich nicht gewachsen ist oder die offensichtlich seine Kräfte übersteigen,1a. einem Tier, an dem Eingriffe und Behandlungen vorgenommen worden sind, die einen leistungsmindernden körperlichen Zustand verdecken, Leistungen abzuverlangen, denen es wegen seines körperlichen Zustandes nicht gewachsen ist1b. an einem Tier im Training oder bei sportlichen Wettkämpfen oder ähnlichen Veranstaltungen Maßnahmen, die mit erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind und die die Leistungsfähigkeit von Tieren beeinflussen können, sowie an einem Tier bei sportlichen Wettkämpfen oder ähnlichen Veranstaltungen Dopingmittel anzuwenden,
  2. ein gebrechliches, krankes, abgetriebenes oder altes, im Haus, Betrieb oder sonst in Obhut des Menschen gehaltenes Tier, für das ein Weiterleben mit nicht behebbaren Schmerzen oder Leiden verbunden ist, zu einem anderen Zweck als zur unverzüglichen schmerzlosen Tötung zu veräußern oder zu erwerben…
  3. ein im Haus, Betrieb oder sonst in Obhut des Menschen gehaltenes Tier auszusetzen oder es zurückzulassen, um sich seiner zu entledigen oder sich der Halter- oder Betreuerpflicht zu entziehen,
  4. ein gezüchtetes oder aufgezogenes Tier einer wildlebenden Art in der freien Natur auszusetzen oder anzusiedeln, das nicht auf die zum Überleben in dem vorgesehenen Lebensraum erforderliche artgemäße Nahrungsaufnahme vorbereitet und an das Klima angepaßt ist; die Vorschriften des Jagdrechts und des Naturschutzrechts bleiben unberührt,
  5. ein Tier auszubilden oder zu trainieren, sofern damit erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind,
  6. ein Tier zu einer Filmaufnahme, Schaustellung, Werbung oder ähnlichen Veranstaltung heranzuziehen, sofern damit Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind,
  7. ein Tier an einem anderen lebenden Tier auf Schärfe abzurichten oder zu prüfen,
  8. ein Tier auf ein anderes Tier zu hetzen, soweit dies nicht die Grundsätze weidgerechter Jagdausübung erfordern,8a. ein Tier zu einem derartig aggressiven Verhalten auszubilden oder abzurichten, daß dieses Verhaltena) bei ihm selbst zu Schmerzen, Leiden oder Schäden führt oder

    b) im Rahmen jeglichen artgemäßen Kontaktes mit Artgenossen bei ihm selbst oder einem Artgenossen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führt oder

    c) seine Haltung nur unter Bedingungen zuläßt, die bei ihm zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führen,

  9. einem Tier durch Anwendung von Zwang Futter einzuverleiben, sofern dies nicht aus gesundheitlichen Gründen erforderlich ist,
  10. einem Tier Futter darzureichen, das dem Tier erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden bereitet…

Tierversuche zur Entwicklung von Tabakerzeugnissen, Waschmitteln und Kosmetika sind grundsätzlich verboten.

Ohne Einwilligung der Erziehungsberechtigten dürfen Wirbeltiere an Kinder oder Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr nicht abgegeben werden…“

Das Tierschutzgesetz gilt für alle Tiere unabhängig davon, ob sie vom Menschen genutzt, betreut werden oder freilebend sind.

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